Willkommen auf der Internetseite der FOSBOS Erding

An der FOSBOS Erding können Schüler­innen und Schüler auf­bauend auf der mitt­leren Reife in den vier Aus­bil­dungs­rich­tungen Inter­natio­nale Wirt­schaft, Sozial­wesen, Technik und Wirt­schaft und Ver­wal­tung die Fach­hoch­schul­reife (Fachabitur) oder die fach­ge­bun­dene bzw. all­ge­mei­ne Hoch­schul­reife (Abitur) er­wer­ben.

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Die Veranstaltung eröffnete Prof. Juliane Winkelmann (TU München) mit der kurzen Einführung: „Warum Genetik unsere Zukunft prägt“ und setzte damit den Rahmen für den Tag. Als renommierte Neurologin mit Fokus auf genetisch bedingte Erkrankungen betonte sie die wachsende Bedeutung genetischer Erkenntnisse für Prävention, Diagnostik und personalisierte Therapien. Inhaltlich standen die Frage nach Chancen und Grenzen genetischer Tests sowie die Verantwortung im Umgang mit sensiblen Daten im Mittelpunkt. Für angehende Fachkräfte im Sozialwesen zeigte der Vortrag, warum Gesundheitskompetenz künftig auch genetische Grundbildung einschließt.

Mit seinem Vortrag zur genetischen Diagnostik: „Fallbeispiele aus der genetischen Sprechstunde – Mendel und monogenetische Erkrankungen“ veranschaulichte Priv.-Doz. Dr. Michael Zech (TU München) den Weg von klassischen Vererbungsregeln zur modernen Diagnostik. Der Neurologe, bekannt für Arbeiten zu bewegungsbezogenen und monogenetischen Störungen, zeigte anhand realitätsnaher Falldarstellungen, wie Genanalysen heute differenzierte Diagnosen ermöglichen. Diskutiert wurden typische Anlässe für eine genetische Abklärung, die Aussagekraft von Befunden und wie Familien durch verständliche Kommunikation in Entscheidungsprozesse einbezogen werden können.

Unter der Leitfrage „Was kann man sich unter einer genetischen Beratung vorstellen?“ gab Dr. Gunda Schwaninger von der Universität Innsbruck einen Einblick in das anspruchsvolle Schnittfeld von Medizin, Ethik und Psychologie. Als erfahrene Fachärztin in der humangenetischen Beratung legte sie dar, wie Gespräche strukturiert werden, um Risiken einzuordnen, Erwartungshaltungen zu klären und informierte Entscheidungen zu ermöglichen. Im Fokus standen die alltagspraktischen Aspekte: von der Gesprächsführung über die Bewältigung emotionaler Belastungen bis zu sozialrechtlichen Fragen – Themen, die für spätere Tätigkeiten im Sozial- und Gesundheitswesen hohe Relevanz besitzen.

Nach einer kurzen Pause folgte „Alles Genetik: Volkskrankheiten“ mit Prof. Markus Nöthen (Universität Bonn), einem international sichtbaren Experten für komplexe genetische Architekturen bei häufigen Erkrankungen. Er zeigte, wie polygenetische Risiken, Umweltfaktoren und Lebensstil zusammenwirken und warum Risikomodelle zunehmend in Prävention und Früherkennung einfließen. Beispielhaft wurden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Störungen oder Stoffwechselerkrankungen diskutiert – inklusive der Frage, was genetische Information leisten kann und wo ihre Grenzen liegen.

Einen Blick „hinter die Kulissen“ bot „Blick in ein genetisches Labor: Was machen Biologen und Bioinformatiker?“ von Dr. Holger Prokisch (München), der für seine Arbeiten an mitochondrialen Erkrankungen und die Integration großer Datensätze bekannt ist. Der Vortrag spannte, am Beispiel der vielen Erkrankungen Beethovens, den Bogen von der Probenaufbereitung über Sequenziertechnologien bis zur computergestützten Auswertung. Deutlich wurde, dass moderne Genetik Teamarbeit ist: Labor, Datenanalyse und klinische Interpretation greifen eng ineinander – und eröffnen vielfältige Berufsbilder auch an der Schnittstelle von Naturwissenschaft, IT und internationalem Zusammenarbeiten. Wie die Anwesenden dabei erfuhren, war die Ursache für Beethovens Taubheit nicht etwa in seinen genetischen Anlagen zu finden. Vielmehr zeigte die Untersuchung verschiedener zertifizierter Haarproben, dass der große Komponist eine Prädisposition für Lebererkrankungen besaß. Dies, in Verbindung mit einer nachgewiesenen Hepatitis-B-Infektion und der in zahlreichen Zeitzeugnissen beschriebene übermäßige Alkoholkonsum, waren nach Überzeugung der Forschergruppe, die naheliegendsten Gründe für den Tod des Meisters der Sinfonien.

Zum Abschluss führte Prof. Christian Schaaf (Heidelberg) durch „Medizinische Rätsel – Eine moderierte Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern“. Der Mediziner und Humangenetiker, profilierter Forscher zu seltenen genetischen Syndromen, nutzte ein Fallbeispiel, um gemeinsam Hypothesen zu entwickeln und diagnostische Wege nachzuvollziehen. Für die Schülerinnen und Schüler bot das Format die Chance, nachzufragen, mitzuraten und die zuvor vermittelten Konzepte unmittelbar anzuwenden – ein motivierender Ausklang, der wissenschaftliche Neugier und Praxissinn verband.

Die Berufliche Oberschule Erding dankt der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik und den Referentinnen und Referenten für die zielgruppengerechte Gestaltung. Der Tag in Garching hat gezeigt, wie bedeutsam genetische Gesundheitskompetenz auch für Berufe im Sozialwesen ist – von Beratungssituationen in Familien bis zur Begleitung chronisch kranker Menschen. Viele Impulse werden in den Fachunterricht zurückfließen; zugleich hat die Veranstaltung Horizonte für mögliche Studien- und Berufswege geöffnet. Clarissa Bachmeier und Andreas Nagy zogen ein rundum positives Fazit: Ein gelungener Brückenschlag zwischen Spitzenforschung und schulischer Bildung.

Andreas Nagy

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