Forschen, entdecken, Zukunft gestalten

Jugend forscht an der Beruflichen Oberschule Erding

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Jugend forscht ist Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb für Naturwissenschaften, Technik und Informatik. Er motiviert Schülerinnen und Schüler, eigene Fragen wissenschaftlich zu untersuchen, innovative Lösungen zu entwickeln und diese einer Fachjury vorzustellen. Als Berufliche Oberschule sehen wir darin eine hervorragende Möglichkeit, Talente zu fördern, MINT-Kompetenzen zu stärken und Forschungsbegeisterung nachhaltig in der Schulgemeinschaft zu verankern.

Die Jugendlichen arbeiten in sieben Fachgebieten – Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Die Reise beginnt mit der schulischen Projektphase, in der Ideen entwickelt, Versuche geplant, Prototypen gebaut und die Ergebnisse in einem Forschungsbericht dokumentiert werden. Anschließend präsentieren die Teilnehmenden ihre Arbeiten auf Regionalwettbewerben vor einer Jury und der Öffentlichkeit. Die dort ausgezeichneten Projekte qualifizieren sich für die Landeswettbewerbe – die Landessiegerinnen und -sieger treten schließlich im Bundeswettbewerb an, wo die besten Nachwuchsforschenden Deutschlands prämiert werden. Bewertet werden Originalität, wissenschaftlich-technische Methodik, fachliche Tiefe, die Qualität der Dokumentation sowie die anschauliche Präsentation am Ausstellungsstand und im Jurygespräch.

Die Ziele von Jugend forscht sind klar und wirkungsvoll: Der Wettbewerb weckt Neugier, fördert wissenschaftliches Denken und ermutigt dazu, eigene Hypothesen zu formulieren, Experimente zu planen, Daten auszuwerten und fundierte Schlussfolgerungen zu ziehen. Gleichzeitig stärkt er Kreativität und Problemlösefähigkeit, indem Ideen von der ersten Skizze bis zum funktionsfähigen Prototyp oder zur Softwarelösung geführt werden. Teilnehmende entwickeln zentrale Schlüsselkompetenzen wie Projektmanagement, Teamarbeit, Kommunikation und Reflexionsfähigkeit – und erhalten durch Kontakte zu Hochschulen und Unternehmen wertvolle Impulse für die Studien- und Berufsorientierung in MINT-Feldern.

Für die MINT-Bildung an Schulen hat Jugend forscht eine besondere Bedeutung. Der Wettbewerb ergänzt den Unterricht durch forschendes, projektbasiertes Lernen und schafft eine praxisnahe Lernkultur vom ersten Forschungsplan bis zur öffentlichen Präsentation. Schülerinnen und Schüler vertiefen ihr fachliches Wissen, indem sie mathematische, naturwissenschaftliche und technische Konzepte an realen Problemstellungen anwenden. Moderne Werkzeuge der Digitalisierung – von Messwerterfassung und Simulation über Programmierung bis zur Datenanalyse – sind in vielen Projekten selbstverständlich integriert.

In der Schulentwicklung wirkt Jugend forscht als Katalysator: Aus Wettbewerbsprojekten entstehen oft Kooperationen mit externen Partnern. Begabte Lernende erhalten eine Bühne; durch Mentoring, Laborzugänge und Materialunterstützung wächst ein Netzwerk aus Schulen, Hochschulen, Forschungsinstituten und Unternehmen. So entsteht eine neue Qualitätskultur, in der systematische Betreuung und reflektierte Arbeitsprozesse die professionelle Projektarbeit an der Schule prägen.

Bayerische Teams zählen seit Jahren zu den besonders erfolgreichen Teilnehmenden auf Landes- und Bundesebene. Die Palette der ausgezeichneten Arbeiten reicht von nachhaltiger Umwelttechnik über Künstliche Intelligenz bis hin zu Biowissenschaften und Physik. So wurden etwa Projekte prämiert, die kostengünstige Sensorsysteme für die Nitratmessung in Grundwasserbrunnen mit IoT-Anbindung entwickelten oder photokatalytische Verfahren zum Abbau von Mikroplastik in Wasserproben untersuchten. In Biologie und Medizin reichten die Themen von der Analyse antibiotikaresistenter Keime in städtischen Gewässern samt Evaluierung alternativer Phagentherapien bis zur Entwicklung eines preiswerten CO2- und temperaturgeregelten Inkubators für Bildungslabore.

An der Beruflichen Oberschule Erding unterstützen wir Jugend forscht mit fachkundiger Betreuung und Mentoring durch MINT-Lehrkräfte, die die Projektarbeit von der ersten Idee bis zur Wettbewerbspräsentation begleiten. Wir stellen eine leistungsfähige Infrastruktur zur Verfügung – von Laboren und Werkstätten über Messtechnik und 3D-Druck sowie gängige Programmiersoftware. Durch Kooperationen mit regionalen Hochschulen, Betrieben und Forschungseinrichtungen eröffnen wir Zugang zu weiterführender Expertise und professionellen Laborumgebungen.

Wer mitmachen möchte, startet im zweiten Halbjahr der 11. Klasse mit einer Idee – einem Alltagsproblem, einer gesellschaftlichen Herausforderung oder einer wissenschaftlichen Fragestellung – und arbeitet allein oder im Team von bis zu drei Personen. Nach einem ersten Gespräch mit den betreuenden Lehrkräften werden Machbarkeit und Zeitplan geklärt, bevor es an Versuchsdesign, Prototyping, Datenerhebung, Auswertung und Dokumentation geht. Die Anmeldung erfolgt in der Regel im Herbst des folgenden Schuljahres. Am Wettbewerbstag präsentieren die Teilnehmenden ihre Ergebnisse am eigenen Stand, halten Kurzvorträge und beantworten Fragen der Jury.

Jugend forscht eröffnet jungen Menschen Wege, Wissen praktisch anzuwenden, Verantwortung zu übernehmen und Zukunftstechnologien aktiv mitzugestalten. Wir laden alle interessierten Schülerinnen und Schüler ein, ihre Ideen zum Leben zu erwecken – und begleiten sie vom ersten Geistesblitz bis zur Preisverleihung. Für Fragen stehen Frau Kurz und Herr Nagy gerne zur Verfügung.