Ausgehend von einem Zitat Konrad Adenauers, nach dem es „keine Freiheit ohne Sicherheit“ gebe, skizzierte sie die zunehmende Bedrohung der Sicherheit Europas. „99% der Datenübertragung weltweit funktioniert nach wie vor physisch, d.h. über Kabel, die meist auf dem Meeresgrund verlaufen“, sagte Gerweck und ging auf die Situation in der Ostsee ein, wo immer wieder solche Kabel beschädigt werden, weil Schiffe dort ihren Anker auf dem Meeresboden entlangziehen. Tatsächlich kann man feststellen, dass in der Nähe solcher Schäden ausrangierte Schiffe der so genannten russischen „Schattenflotte“ unterwegs waren, die an der entsprechenden Stelle ihr Satelliten-Ortungssystem ausgeschaltet hatten. Um dieser Form der hybriden Kriegsführung in der Ostsee entgegenzutreten, hat die Nato die Mission Baltic Sentry gestartet.
Gerweck verwies auch auf die wirtschaftliche Abhängigkeit der Bundesrepublik Deutschland, die als rohstoffarme Exportnation auf sichere Handelsrouten angewiesen sei.
Schließlich ging es um die konkreten Aufgaben des Nato-Staates Deutschland, wenn der Bündnisfall eintreten sollte. Gerweck erklärte, dass die Bundesrepublik dann als logistische Drehscheibe fungieren würde, damit z.B. Truppen, militärisches Gerät oder auch Verwundete schnell transportiert werden könnten.
Immer wieder band Kapitänleutnant Gerweck die Schülerinnen und Schüler mit Fragen in den Vortrag ein. Am Ende ging sie wiederum auf die vielen Fragen der Jugendlichen ein. Und auch nach Vortrag kamen immer noch einige Schüler auf die Referentin zu, um unter anderem ihre persönliche Einschätzung der Sicherheitslage zu erfragen.
Die Veranstaltung, die von der Fachschaft Politik organisiert wurde, machte deutlich, welche Bedeutung das Thema Sicherheitspolitik mittlerweile auch für junge Menschen bekommen hat. Und auch wenn die Notwendigkeit, sich damit auseinanderzusetzen, keineswegs eine erfreuliche Entwicklung ist, faktenbasierte Informationen darüber sind wichtiger denn je.