Gemeinschaftsraum - Raum der Stille

Die Idee zum „Raum der Stille" entstand während der Christmette in der Kirche des Fliegerhorstes von Erding. Von der kunstvollen Zimmermannsarbeit des Dachstuhls inspiriert, wurde vom damaligen Schulleiter Josef Biller der Gedanke geboren, die bislang auf dem Gelände der beruflichen Schulen in Erding unverwirklichte „Kunst am Bau" durch ein Schülerprojekt nachzuholen.

Maurer-, Zimmerer- und Schreinerlehrlinge der Berufsschule und Schüler der Ausbildungsrichtung Technik der Fachoberschule sollten in ein gemeinschaftliches, die Schüler und Schulen verbindendes Projekt „Kunst am Bau" eingebunden werden.

Unter dem offiziellen Begriff des „Gemeinschaftsraums" verbirgt sich eine im Zentrum der beruflichen Schulen von Erding frei stehende Kapelle – ein modernes Gebäude, welches künftigen Generationen von Schülerinnen und Schülern und auch Lehrkräften als Gebetsraum, als Raum der Stille und der Meditation, als Unterrichtsraum für Religionslehre und Ethik aber auch für sozialpädagogische und künstlerische Zwecke nachhaltig zur Verfügung stehen soll. Ein Bauwerk also, das nach den Wertvorstellungen der christlich abendländischen Kultur als Raum der menschlichen Begegnung allen Schülerinnen und Schülern, ungeachtet von Rasse oder Religion offen steht.

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Die Idee hat über die Schule hinaus einen großartigen Anklang und auch eine hervorragende finanzielle Unterstützung von Landkreis, Staat und der örtlichen Wirtschaft erfahren. Als rechnerische Kosten für das Bauwerk wurden 160.000 Euro ermittelt, an denen sich der Landkreis Erding als Sachaufwandsträger mit 60.000 Euro und der Freistaat Bayern mit 45.000 Euro beteiligten. Mit bewundernswerter Eigeninitiative und kreativem Sachverstand sowie mit beispielhafter Zusammenarbeit und handwerklichem Können ist es der Schule gelungen, dieses Gemeinschaftswerk zu verwirklichen. Weit über 60.000 Euro wurden in einer einzigartigen Gemeinschaftsleistung von Schülern, Lehrern und Sponsoren durch Eigenleistung, Sach-, Geld-, und Dienstleistungsspenden eingebracht.

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Mit wenigen Ausnahmen wurden fast alle Bau- und Ausbauarbeiten von Schülerhand durchgeführt. Auch der größte Teil der Ausstattung, beispielsweise die Innentüren, die Bestuhlung, ein Einbauschrank oder eine künstlerische Holzstele, welche in Teilen auseinandergeschoben werden kann und funktional ein indirekt beleuchtetes Kreuz oder die Blickrichtung nach Mekka vorgibt, wurde in Eigenarbeit erstellt.