Berufliche Oberschule Erding

Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule

Und im Mai kam dann schon die zweite Fahrt: Adiyaman, Türkei

Shakespeare auf Türkisch

AufTrkei 2013 1 nach Adiyaman in der Türkei hieß es für fünf Schülerinnen und Schüler am 12. April als Teil des Comenius-Projektes der Berufliche Oberschule Erding. Der zweite Teil des Projektes „Kultur-Puzzle“ – nach einem Konzert in Slowenien im Februar diesen Jahres - führte dieses Mal die Mitglieder der Theater-AG, begleitet durch die Lehrkräfte Frau Schlamp, Frau Schmidbauer und Frau Huber nach Anatolien, wo sie zusammen mit türkischen, polnischen, slowenischen und italienischen Schülern den „Mittsommernachtstraum“ von Shakespeare aufführten. Nach intensiven Proben wurde das Stück vor einem sehr interessierten türkischen Publikum zum Besten gegeben, wobei die Theatercrew jeder Schule einen Akt in der jeweiligen Muttersprache spielte. Zusammengeführt wurden die internationalen Teile dann in der letzten Szene des 5. Aktes, den Schauspieler aller beteiligten Länder in Shakespeares Sprache gemeinsam spielten. Neben den vielen Eindrücken, die die Schüler bei der gemeinsamen Arbeit gewannen, waren sie auch fasziniert von dem Land und vor allem der Gastfreundschaft. Da war es nur selbstverständlich, dass beim Abschied aus den Gastfamilien auch nicht jedes Auge trocken blieb und manch einer sehr traurig war, die neu gewonnenen Freunde nach fünf ereignisreichen Tagen schon wieder verlassen zu müssen.

Erfahrungsberichte unserer beteiligten Lehrer und Schüler:

BereitTrkei 2013 2s im November fingen die Vorbereitungen für unseren Theaterauftritt in der Türkei mit einem „Casting“ an: die interessierten Schüler mussten dabei nicht nur zeigen, dass sie schauspielerisches Talent haben, sondern auch, dass sie vollen Einsatz für das Projekt bringen würden. Dabei beeindruckten alle sehr: von Gesangseinlagen über Tanz bis hin zu einer Erwin Pelzig Imitation war alles geboten. Nachdem dann feststand, welche Schüler teilnehmen würden, traf sich die Theatergruppe ein bis zweimal in der Woche. Je näher der Abflugtermin heranrückte, umso intensiver wurden auch die Vorbereitungen: Um dem Stück noch den nötigen Feinschliff zu geben, scheuten die Schüler nicht davor zurück, ein Wochenende in den Osterferien für intensive Proben in einer Jugendherberge am Tegernsee zu opfern. Frau Ute Huber, die das Projekt organisatorisch betreute, nähte selbst die beeindruckenden Kostüme und stattete die Charaktere mit wichtigen Accessoires wie z.B. Perücken aus. So konnte die Truppe, bestehend aus fünf Schülern, Frau Huber, Frau Schmidbauer und mir gut vorbereitet und wunderbar ausgestattet losfliegen. Nach einem eintägigen Aufenthalt in Istanbul ging es weiter nach Adyiyaman in Anatolien. Der Aufenthalt dort war ein voller Erfolg und reich an wundervollen Erfahrungen: Die türkischen Gastgeber umsorgten uns mit ihrer Gastfreundschaft (nach jedem Essen waren wir bis zum Platzen voll), wir erlebten alte Kultur und Geschichte (Besichtigung des Berges Nemrut mit seinen Skulpturen und seinem Gräberhügel aus späthellenistischer Zeit) und moderne Lebensfreude (Besuch einer Hochzeit, auf der wir alle zum türkischen Tanz aufgefordert wurden). Auch die Theateraufführung war ein voller Erfolg: Jedes Land führte einen Akt von Shakespeare’s Sommernachtstraum in der eigenen Landessprache auf und ein Erzähler führte das türkische Publikum durch das Stück. Alle beteiligten Schüler waren mit großer Freude dabei und zeigten, dass durch Schauspielkunst Sprachbarrieren zum Fallen gebracht werden können. Besonders beeindruckt hat mich der große Einsatz unserer Schüler, ihre Sensibilität für kulturelle Unterschiede und ihre Freude am gesamten Projekt.
(Lucia Schlamp, Lehrkraft)

WasTrkei 2013 3 mir besonders in Erinnerung bleiben wird, ist die unglaubliche Gastfreundschaft,  die uns die Türken entgegengebracht haben.  Wir alle konnten während unserer gemeinsamen Zeit in der Türkei die Erfahrung machen, dass die Bewohner ein unvergleichlich freundliches, spontanes und grundauf sympathisches Volk sind. Es weht eine beinahe greifbare Herzlichkeit durch die Straßen von Istanbul und Adiyaman. Und auch wenn die Kommunikation sich teilweise als schwierig herausstellte, gab es doch nie wirkliche Probleme, da die Türken sehr kommunikativ sind und sich auch ohne viele Wörter verständlich machen.
(Leonard Lücke, S12d)

Ich kann sagen, dass die Reise in die Türkei ein voller Erfolg war. Wir bekamen sehr viel von der türkischen Kultur mit. Das war teilweise sehr interessant, aber natürlich aus europäischer Sicht auch manchmal etwas merkwürdig. Was mich am meisten verwundert hat, war der Verkehr auf den türkischen Straßen. Amüsiert habe ich dem Hupen zu gehört, denn es hatte den Anschein, als würden die Autos so eine Art  „Frage-Antwort-Spiel“ spielen. Zwar haben die Türken eine Übersetzung für „anschnallen“, haben dies aber nie getan. Meine Gastfamilie und ich saßen teilweise zu siebt in einem Fünfsitzer. Zebrastreifen haben in der Türkei auch keine Bedeutung und wenn sich mal ein Fußgänger getraut hat, diesen in Anspruch zu nehmen, wurde er sofort kräftig angehupt.  Geblinkt wurde auch eher sparsam, weil sowieso fast immer auf zwei Fahrbahnen gefahren wurde. Rückblickend kann ich sagen, dass ich im türkischen Straßenverkehr sehr aufgeschmissen wäre, wenn ich selber fahren müsste, und es immer ein Abendteuer war, die Straße zu überqueren. Aber Gott sei Dank waren immer meine türkischen Freunde bei mir, so dass ich mich immer sicher und aufgehoben fühlen konnte.
(Judith Regel, S12c)

Es Trkei 2013 10war einer der schönsten Reisen meines Lebens. Ich war fasziniert von der Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Türken.  Ein gutes Beispiel zeigte sich an meinem Geburtstag. Ich  wurde von einem Geburtstagsständchen von 50 Leuten aus verschiedenen Nationen, einem Kuchen mit Kerzen und Geschenken überrascht. Jeder der Türken lies uns an seiner Kultur teilhaben. Während des Projektes trafen die verschiedenen Nationen aufeinander und es entstanden unvergessliche Freundschaften. Das Essen war immer sehr deliziös und in den Gastfamilien konnte man sich immer wohlfühlen, obwohl es manchmal Verständigungsproblemen gab. Ich habe diese Reise sehr genossen und kann das Comenius Projekt nur weiter empfehlen.
(Christian Faschinger, S11a)

Ganz ehrlich ? Es war der Wahnsinn! Wir haben alle so viele Eindrücke bekommen und jeder einzelne davon war positiv. Das Essen, die Gastfreundschaft, die Umgebung, einfach alles hat gepasst. Jeden Tag hat uns etwas neues Spannendes erwartet. Ich weiß nicht,  wie viele Fotos in dieser Zeit entstanden sind - gewollte und auch ungewollte. Aus insgesamt fünf Ländern trafen Leute aufeinander, die alle die Freude und Leidenschaft am Theaterspielen teilen. In dieser Zeit entstanden Freundschaften, die für  das ganze Leben halten werden. Aber wo viele junge Leute an einem Ort sind, darf auch ein „Skandal“ nicht fehlen:  Als Abschluss dieses grandiosen Projekts feierten alle zusammen den Geburtstag einer türkischen Schülerin, der anders als erwartet ausging. Durch einen Kuss zwischen Polen und Italien wurde die Party gesprengt und sie endete schon so gegen 10 Uhr Abends. Aber trotz dieses Vorfalls war es ein gelungener Abend und leider auch gleichzeitig ein Abschied von all den Leuten, die wir ins Herz geschlossen haben. Aber ich bin mir ganz sicher, dieser Abschied war nicht für immer.
(Sarah Kraus, S11b)

Das interessanteste an unserem Aufenthalt in der Türkei war die alte, traditionelle Kultur, die sich mit der modernen Welt vermischte. So sitzt man in der Früh auf dem Teppich, isst das, was die Großmutter einem mit ihren eigenen Händen zubereitet hat und alle Fünf Minuten klingelt irgendein Handy-  mal das der Mutter,  mal das des Sohnes. Sogar die Großmutter hatte ein Smartphone.  Doch auf der anderen Seite sind die Straßen verdreckt. Streunende Hunde und Katzen kreuzen während der Fahrt durch die Stadt unseren Weg. Ab und zu sehen wir einen Anhalter in der sonst teils aus Wüste und teils aus Wiesen bestehender Landschaft. Doch gerade wegen dieser spannenden Mischung war die Türkeifahrt ein Erlebnis, das ich um nichts in der Welt mit jemandem tauschen möchte.
(Daniel Wilke, S11b)

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