Berufliche Oberschule Erding

Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule

Comenius-Projekt Polenfahrt vom 09.10.2013 bis zum 13.10.2013

Herzlich Willkommen in Gogolowa, Polen! Mile widziany!

Tag 1
Am 09.10.2013 war es endlich soweit: Fünf Mädchen aus den jeweiligen Jahrgangsstufen der FOS-12/13 flogen nach Polen, um am Comenius-Projekt „Tanz“ teilzunehmen. Die Lehrer Frau Hack, Frau Schmidbauer und Herr Marks begleiteten uns dabei. Angekommen am Flughafen von Kattowitz, wurden wir von unseren polnischen Gastgebern begrüßt und abgeholt, um uns Schüler und Lehrer in den Gastort Gogolowa zu fahren. Während die Lehrer in einem nahegelegenen Hotel untergebracht waren, durften wir Schüler unseren Aufenthalt in einer Gastfamilie genießen. Bereits am ersten Tag erfuhren wir die typische polnische Gastfreundlichkeit und wurden versorgt mit hervorragendem Essen. Da unsere Partnerschulen aus Italien, Slowenien und aus der Türkei erst nach uns angereist waren, gab es noch kein festgelegtes Programm für den Anreisetag. Deshalb fuhren einige von uns am Abend mit ihren Gastschülern in die nächstgrößere Stadt, Rybnik, um Shoppen und im „Pizza Hut“ Essen zu gehen.

Tag 2
Der zweite Tag verlief schon wesentlicher angstrengender als der erste. Am Morgen begleiteten wir unsere Gastschüler in die polnische Austauschschule, die „Zespal Szkol w Gogolowej“, eine sehr gut ausgestattete, kleine Schule. Die Aufregung war sehr groß, da wir alle hier in einem ersten Treffen unsere Partner vom Comenius-Tanz-Projekt kennenlernen durften. Aus jedem Land waren rund fünf Schüler nach Gogolowa angereist. Uns allen wurde nach einer gemeinsamen Vorstellungsrunde die Schule gezeigt. Wir kommunizierten überwiegend in Englisch, das erfreute natürlich unsere Englischkenntnisse. Anders als an unserer FOS-BOS in Erding wechseln in Polen nicht die Lehrer, sondern die Schüler fast jede Schulstunde das Klassenzimmer, um zum Beispiel das Fach Deutsch oder Polnisch zu besuchen. Die Klassen sind hier recht klein (14 -17 Schüler im Schnitt) und die fachspezifisch ausgestatteten Räume bieten eine ansprechende Lernatmosphäre.
Nach einigen  Gemeinschaftsspielen begaben sich alle Teilnehmer des Projekts in die Schulsporthalle, um die Tänze der anderen Nationen zu lernen, was ja Sinn des Projektes war. Zuerst zeigten die Slowenen traditionelle Tänze aus ihrem Land, danach präsentierten wir unsere einstudierten Tänze: eine „Sternpolka“ (ursprünglicher Volkstanz aus Österreich), sowie den „Jiffy-Mixer“(Tanz aus Amerika). Nach einer kleinen Pause, in der alle feines schlesisches Gebäck erhielten, brachten uns zuletzt noch die Türken und die Italiener ihre Choreographien bei. Eine weitere Essenspause folgte, bis wir mit einer ehrgeizigen polnischen Tanzlehrerin einen „Modern Dance“ einstudierten. Dieser Tanz erforderte viel Geschick, Konzentration und Leistungsbereitschaft. Wir übten den ganzen Nachmittag, aber die ambitionierte Choreographie wurde durch die strenge Tanzpädagogin zu einer enormen Herausforderung. Das Jammern half allerdings nichts: Der „Modern Dance“ musste bei allen Ländern sitzen, denn er war ein wesentlicher Programmpunkt für die Tanzveranstaltung am nächsten Tag, bei der wir alle unsere einstudierten Tänze vor einer größeren Öffentlichkeit zeigen durften. Am Abend erholten sich viele Projektteilnehmer mit ihren polnischen Austauschschülern beim gemeinsamen Bowling und einem anschließenden Pizza-Abend. Bereits an diesem Tag haben wir übrigens die ersten Freundschaften mit den anderen Gastschülern geschlossen.

Tag 3
Gut gestärkt vom letzten Abend trafen sich alle in der Früh am Kulturzentrum von Gogolowa, um erneut sämtliche Tänze für die bevorstehende Veranstaltung zu wiederholen. Es wurde vereinbart, dass in der Vorführung mindestens ein oder zwei Schüler aus einem Land bei einem anderen traditionellen Tanz eines anderen Landes mitwirken. Selbstverständlich wurde auch noch einmal der „Modern Dance“ intensiv geübt, der schon wesentlich besser funktionierte als am vorherigen Tag. Während die letzten Vorbereitungen liefen, zogen sich alle „Tänzer“ um. Wir Deutschen einigten uns, bei der „Sternpolka“ und dem „Jiffy-Mixer“ Dirndl, bei dem „Modern Dance“ dagegen unser „Germany-Shirt“ anzuziehen. Selbst der Bürgermeister und Pfarrer von Gogolowa ließen es sich nicht nehmen, unsere Projektvorstellung zu verfolgen. Ebenso kündigten sich einige unserer Gasteltern an, die sich sehr auf diese kulturelle Darbietung freuten. Doch nicht nur das Tanzen stand an erster Stelle, sondern insgesamt die Zusammennkunft des Comenius-Projektes. Jede Schule wurde durch eine kleine Präsentation vorgestellt, ehe sie die landesspezifische Tanzaufführung zeigte. So waren die slowenischen Schüler aus Celje die ersten mit ihren harmonischen Geigenklängen und Gesängen, darauf folgten wir Deutschen. Die Türken aus Adiyaman boten einen sehr geselligen Tanz, während die italienischen Schüler aus einem Vorort von Neapel namens San Giorgio a Cremano mit einer temperamentvollen Darstellung glänzten. Eine polnische Polonaise, das ist eine Art „königlicher Hoftanz“, wurde ebenso mit mehreren Schülern aufgeführt. Alle Darbietungen, sogar der „Modern Dance“, verliefen problemlos und das Publikum war begeistert. Der Nachmittag bereitete uns allen sehr viel Freude. Die Lehrer aus allen Nationen bedankten sich bei der Schuldirektorin aus Gogolowa für den tollen Aufenthalt in Polen. Später wurde noch auf die Tanzfläche eingeladen, um mit allen Gästen den „Gangnam Style“ und „Hey Macarena“ darzubieten. Abschließend gab es für jeden Beteiligten Kaffee und Kuchen, bei dem sich alle noch intensiver kennenlernen konnten. Den Abend verbrachte dann jeder in seiner Gastfamilie, um weiterhin
gutes Essen zu genießen und sich zu erholen.

Tag 4
An diesem Tag mussten wir schon sehr früh aufstehen, denn es stand etwas ganz Besonderes auf dem Plan: Krakau, die Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen mit etwa 760.000 Einwohnern. Nach einer rund zweistündigen Busfahrt wurden wir dort von einer Stadtführerin begrüßt, die uns erst das Wahrzeichen von Krakau - einen Drachen in Form einer Skulptur – zeigte und die dazugehörige Geschichte erzählte. Wir stiegen empor zur ehemaligen Burganlage, um den Anblick dieser Stadt mit dem Fluss Weichsel im Morgennebel zu genießen. Während der vierstündigen Stadtführung wurde uns allen bewusst, weshalb Krakau als „die schönste Stadt Polens“ wird: die prunkvolle Kathedrale, der lebhafte Marktplatz mit wundervollen, geschichtsträchtigen Gebäuden und natürlich nicht zu vergessen das herrliche Ambiente. Als die Sonne auch noch herauskam, konnten wir es uns nur sehr schwer vorstellen, am nächsten Tag wieder nach Hause zu fliegen. Immerhin bekamen wir noch mehr von dieser eindrucksvollen Stadt zu sehen, wie zum Beispiel das historische Judenviertel und den dazugehörigen Marktplatz. Wir alle freuten uns nach dem Rundgang durch Krakau auf ein Mittagessen, denn es war eine anstrengende Tour. Wie immer schmeckte es uns sehr gut :-) Danach hatten wir alle die Möglichkeit, Krakau selbst zu erkunden. In dieser Zeit kauften wir Souvenirs, damit wir noch lange Erinnerungen an diesen schönen Aufenthalt haben. Später besichtigten wir noch das neue Museum zur Stadtgeschichte, das in spektakulärer Lage unter dem Marktplatz mit neuester Technik glänzte. Nachdem wir wieder an der frischen Luft waren, konnten wir Krakau am Abend erleben. Es ist unbeschreiblich, wie die Stimmung dort am Abend mit den vielen Lichtern war. Viele haben an diesem Tag ihr Herz in dieser Stadt gelassen :-) Traurig stiegen wir wieder in den Bus, da unser Aufenthalt sich seinem Ende näherte. Viele schliefen erschöpft während der Rückfahrt von Krakau nach Gogolowa ein, während andere noch planten, nach der Ankunft in eine Diskothek in einem anderen Ort zu gehen. Leider mussten wir uns dann auch schon von unseren neuen Freunden verabschieden, da wir alle am folgenden Tag zu unterschiedlichen Zeiten reisen mussten. Die Verabschiedung fiel uns Schülern und auch den Lehrern sehr schwer. Doch wir versprachen unter anderem den Slowenen, uns eines Tages auf der Wiesn zu treffen.

Tag 5
Den Vormittag verbrachten wir noch in unseren Gastfamilien. Schweren Herzens packten wir unsere Koffer und auch die erhaltenen Gastgeschenke unserer „neuen“ Familien ein. Der Abschied war wie erwartet schwer. Auch das sonnige und warme Wetter ließ die Verabschiedung nicht leichter fallen, nachdem daheim in Deutschland frostiges Wetter herrschte. Tränen flossen bei uns und unseren polnischen Austauschschülern, sowie bei den Gasteltern. Eine letzte herzliche Umarmung erfolgte mit einem versprochenen (und hoffentlich baldigen) Wiedersehen, bis uns der Bus an den Flughafen nach Kattowitz brachte. Hiermit möchten wir uns alle noch einmal für den wundervollen Aufenthalt in Gogolowa bedanken. Ein herzliches Dankeschön gilt Susanne Hack, Stephanie Schmidbauer, Torsten Marks sowie unseren polnischen Gastfamilien, den polnischen Gästebetreuerinnen und allen anderen, die uns die Reise nach Polen ermöglicht haben. Es war sehr interessant und lehrreich, das Leben in einer polnischen Familie kennenlernen zu dürfen. Die Begegnungen (auch während des Tanzens) mit unseren Gastschulen vom Comenius-Projekt waren einmalig. Wir freuen uns schon sehr, im Februar 2014 unsere Projektpartner und Freunde aus Italien, Polen, Slowenien und der Türkei an unserer FOS-BOS in Erding für den nächsten Baustein unseres „Culture Puzzle“ Comenius-Projekts, einen Kunst-Workshop, begrüßen zu dürfen.

Anna-Lena Sabina Jauk, W12b